Vor- und Nachteile

Vor- und Nachteile Gasgrill

Das Grillen erfreut sich in Deutschland vor allem in den Sommermonaten großer Beliebtheit. Grillfreunde können im Wesentlichen zwischen drei Technologien wählen. Neben Holzkohle- und Elektrogrills fristen Gasgrills jedoch eher ein Nischendasein. Laut Umfragen nutzt nur gut jeder zehnte Griller in Deutschland einen Gasgrill. Wer einen Umstieg erwägt, sollte sich die spezifischen Vor- und Nachteile von Gasgrills vor Augen führen.

Vorteile eines Gasgrills

Gasgrills sind vor allem Holzkohlegrills in puncto Geschwindigkeit deutlich überlegen. Einfach das Gasventil aufdrehen und einen Knopf drücken – schon brennt die Flamme. Bereits wenige Minuten später können die ersten Leckereien auf dem Gasgrill platziert werden. Bei einem Holzkohlegrill vergehen bis dahin in der Regel zwanzig bis dreißig Minuten, da die Kohle erst entzündet werden und dann durchglühen muss.
Zudem ist die Handhabung eines Gasgrills gerade für Grillamateure in der Regel einfacher und sicherer. Die Flamme entsteht hier praktisch auf Knopfdruck, wenn die Gasflasche richtig angeschlossen ist. Es besteht nicht wie beim Grillen mit Holzkohle die Notwendigkeit – teilweise sogar gefährliche und gesundheitsschädliche – Anzündhilfen zu benutzen oder mit einem Anzündkamin zu hantieren. Immer wieder kommt es mit Holzkohlegrills zu Unfällen – beispielsweise wenn Spiritus als Grillanzünder unsachgemäß verwendet wird. Bei Gasgrills ist das Gefahrenpotenzial insgesamt niedriger. Weil hier in der Regel keine Roste, sondern Grillplatten Verwendung finden, besteht auch kein Risiko, dass Fett in die Glut tropft und so gesundheitsgefährdende Stoffe entstehen. Bei Holzkohlegrills passiert genau das besonders Amateuren hingegen immer wieder.
Mit Gasgrills lässt sich zudem deutlich präziser arbeiten, als das mit Holzkohlegrills möglich ist. Die Temperatur kann nämlich über einen Regler genau eingestellt werden. Dagegen lässt sich diese beim Grillen mit Holzkohle bestenfalls grob regulieren.
Bei der Benutzung von Holzkohlegrills entsteht unweigerlich ein markanter Geruch. Dieser wird – je nach Einstellung zum Grillen – als Duft oder Belästigung interpretiert. Zwar lässt sich dieser Geruch durch sachgemäßes Grillen minimieren, aber kaum komplett verhindern. Eine vergleichbare Geruchsbelästigung der Nachbarschaft droht bei der Verwendung eines Gasgrills hingegen nicht.
Meistens sind Gasgrills zudem einfacher und schneller zu reinigen, als das bei den klassischen Holzkohlegrills der Fall ist. Bei Letzteren muss nicht nur die Asche entsorgt werden. Auch das Schrubben der Grillroste ist zeitaufwendig. Die Grillplatten der meisten Gasgrills lassen sich dagegen deutlich einfacher säubern.

Nachteile eines Gasgrills

Für viele Grillfans ist der charakteristische rauchige Geschmack des Grillguts das entscheidende Argument, mit Holzkohle zu grillen. Dieses Aroma findet sich bei einem Gasgrill nach herrschender Meinung nicht im gleichen Umfang. Allerdings ist diese Behauptung nicht unumstritten. So konnten Profi-Köche und Feinschmecker in Blindverkostungen nicht immer eindeutig herausschmecken, ob Speisen auf einem Gas- oder Holzkohlegrill zubereitet worden waren. Außerdem lassen sich durch sogenannte Holzchips auch bei einem Gasgrill rauchige Aromen erzeugen. Einige Premiummodelle verfügen zudem teilweise über Aromaschienen, in die sich etwa Kräuter oder Öle füllen lassen, die dann Geschmack an das Grillgut abgeben. Letztlich bleibt der vermeintliche Geschmacksunterschied beim Grillen mit Gas oder Holzkohle wohl eine Glaubensfrage, die jeder mithilfe seines eigenen Gaumens für sich beantworten sollte.
Unbestreitbar ist hingegen der höhere Anschaffungspreis von Gasgrills. In der Regel werden hier – bedingt durch die komplexere Technologie – mehrere hundert Euro fällig. Holzkohle- und Elektrogrills sind im Vergleich schon für deutlich geringere Beträge zu haben.
Zudem ist die Beschaffung des Brennmaterials bei Gasgrills schwieriger. Strom für Elektrogrills ist praktisch immer verfügbar, wenn eine Steckdose in der Nähe ist. Geht die Holzkohle aus, ist Nachschub nicht nur in Supermärkten, sondern zur Not auch an vielen Tankstellen verfügbar. Eine Gasflasche ist hingegen schwieriger zu besorgen und nur in wenigen Geschäften erhältlich. Erweist diese sich am Samstagabend als nicht mehr ausreichend befüllt, droht der gemütliche Grillabend auszufallen.
Weil Gasgrills oft klobiger sind – auch wegen der in der Regel voluminösen Gasflaschen – lassen sie sich auch schlechter transportieren als die Mehrheit der Elektro- und Holzkohlegrills.